21 – Iran  – Von Meghri nach Teheran

Sonntag, 08. November 2016

Nach einem sehr reichhaltigen Frühstück in dem tollen „Hear B&B“ verlasse ich Meghri in Richtung iranische Grenze. Nach ca. zehn Kilometer komme ich an dem Grenzübergang an. Die Formalitäten sind kein Problem und nach zehn Minuten bin ich im Iran. Ich tausche gleich mal meine restliches armenisches Geld und einige Dollar. Auf Grund der westlichen Sanktionen gegen den Iran kann man im Iran keine westlichen Kreditkarten verwenden. Ich habe mir schon in Tiflis einen Vorrat an Dollar angelegt, von dem ich jetzt hier im Iran leben werde.

Straße Richtung Iran
Straße Richtung Iran
Das fruchtbare Meghri-Tal
Das fruchtbare Meghri-Tal
Grenzzaun zum Iran
Grenzzaun zum Iran

Nachdem das alles erledigt ist, fahre ich entlang der Grenze Richtung Jolfa. Das Wetter ist schön heute und die Landschaft atemberaubend.  Der Blick zurück auf die Berge zeigt mir, dass es dort gestern ordentlich geschneit hat. Unterwegs werde ich ständig von vorbeifahrenden Autos angehupt und alle Insassen winken mir freundlich zu. Mehr als einmal wird mir aus dem fahrenden Auto „Welcome to Iran“ zugerufen. Als ich eine kleine Ortschaft passiere werde ich sofort angesprochen und zum Tee eingeladen. Endlich keinen Schnaps mehr.

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Ich komme abends in Jolfa an und nehme mir ein einfaches Hotel. Der Besitzer möchte gleich ein Foto von mit mir machen. Dann schlendere ich durch die Stadt und lass die Atmosphäre des Ort auf mich wirken. Es ist schon erstaunlich welchen Unterscheid eine Grenze machen kann. Hier im Iran ist eine ganz andere Welt, als ein paar Kilometer weiter in Armenien. Aber ich fühle mich sehr willkommen.

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Am nächsten Tag fahre ich weiter nach Marand. Es beginnt wieder leicht zur regnen und es wird auch wieder kühl. Unterwegs vollende ich die ersten 7000km meiner Reise. Bereits in Georgien und Armenien haben mir Radfahrer, die aus dem Iran kamen, von Akbar erzählt. Er ist ein Ladenbesitzer in Marand und hat es sich zur Aufgabe gemacht jeden Radfahrer der durch Marand kommt, zu sich einzuladen. Man bekommt auch eine Nummer. Akbar ist auch bei Warmshowers sehr aktiv, leider habe ich noch keine SIM Karte hier im Iran finden können, daher kann ich ihn nicht kontaktieren. Aber anscheinend hat Akbar ein sehr gutes Netzwerk an Informanten. Ladenbesitzer und Lkw-Fahrer rufen ihn an, sobald sie einen Fahrradfahrer nach Marand hineinfahren sehen. Und tatsächlich, als ich das Stadtzentrum von Marand erreiche werden von ihm mit dem Fahrrad eingeholt und er lädt mich zu sich ein. Ich bin der 685. Fahrradfahrer den er bei sich aufnimmt. Iranern ist es eigentlich verboten Ausländer bei sich in der Wohnung unterzubringen und Akbar hatte auch schon Besuch von der Polizei. Daher hat er sich einen Raum angemietet, in dem er seine Gäste unterbringen kann. Einige Zeit später kommen auch noch Rosie und Travor, ein Pärchen aus Neuseeland, an und wir verbringen einen netten Abend zusammen. Akbar hat ein Fotoalbum mit Bildern der Radfahrer die er bei sich hatte. Ich erkenne einige Leute wieder, die ich bereits vorher getroffen habe und auch einige Radler die ich noch nie getroffen habe, deren Blogs ich aber lese.

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Ich, Akbar und Travor
Ich, Akbar und Travor

Am nächsten Morgen fahre ich gemeinsam mit Rosie und Travor weiter nach Tabriz. In Trabriz gibt es einen Park in dem man umsonst zelten kann. Wie ich später feststelle, kann man fast in jeder Stadt in den Parks umsonst zelten. Meistens gibt es auch WCs und ab und zu auch Duschen. Dort treffen wir auch Ashkan, ein sehr junger Bursche der auch bei Warmshowers aktiv ist.  Warmshowers ist übrigens ein Internetportal in dem Fahrradfahrer anderen Fahrradfahrern eine Unterkunft anbieten. Mit Ashkan treffen wir uns am nächsten Tag. Er zeigt uns die Stadt und hilft uns beim Kauf einer SIM Karte. Schließlich lädt er uns zu sich nach Hause ein. Seine Mutter kocht für uns und wir haben einen tollen Abend zusammen mit seiner Familie. Die Gastfreundschaft hier im Iran ist absolut umwerfend.

Am darauffolgenden Morgen fahre ich alleine weiter Richtung Mianeh. Mittags halte ich in einem kleinen Restaurant um etwas zu essen, als ich bezahlen möchte, winkt der Besitzer ab. Ich bin mal wieder eingeladen.  Ich schaffe die Etappe nach Mianeh nicht an einem Tag und übernachte in einer schönen Apfelplantage.

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Als ich am nächsten Tag in Mianeh ankomme werde ich von der Polizei angehalten, sie wollen meine Papiere sehen und laden mich dann zum Essen ein. So lasse ich mir Kontrollen gerne gefallen. Danach treffe ich mich mit Armir. Auch ihn habe ich über Warmshowers kennen gelernt. Er hat auch schon sehr viele Fahrradfahrer bei sich aufgenommen und  auch Besuch von der Polizei bekommen. Daraufhin hat er von der Stadt einen Raum zur Verfügung gestellt bekommen in dem er Besucher unterbringen kann. Abends treffen wir uns mit einigen von seinen Freuden mit denen er regelmäßig Fahrrad und Wandertouren unternimmt. Das Alter der Gruppe ist sehr gemischt  aber die Leute sind alle wunderbar. Ich lerne auch einen ehemaligen Gewichtheber kennen, der in den neunziger Jahren eine olympische Silbermedaille für den  Iran gewonnen hat. Heute ist er Besitzer eines Süßwarengeschäfts und passionierter Bergsteiger.

Ich, Akbar und Travor
Ich, Akbar und Travor

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Nach der Nacht in Mianeh fahre ich weiter Richtung Zanjan. Die Landschaft ist jetzt fast völlig vegetationslos, fast schon wüstenartig. Ich verbringe wieder eine Nacht im Zelt und erreiche am nächsten Tag Zanjan. Dort nehme ich mir ein Hotel. Ich bleibe einige Tag in der Stadt und lerne auch hier einige nette Leute kennen, mit denen ich die Zeit verbringe. Zurzeit finden die Feierlichkeiten zum Todestag von Hossein, einem Nachkommen des Propheten Mohammeds, statt. Zanjan ist eines der Zentren dieser Feierlichkeiten. Jeden Tag wird mehrmals am Tag die Hauptstraße gesperrt und es finden Umzüge und Prozessionen statt. Ich lerne auch einen Lkw-Fahrer kennen, der mir ein Video zeigt, dass er vor einigen Tagen in Armenien auf der Strecke zwischen Goris und Kapan aufgenommen hat. Dort liegt jetzt schon ein halber Meter Schnee! Da bin gerade noch rechtzeitig durch gekommen.

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Schließlich verlasse ich aber Zanjan in Richtung Teheran. Kurz vor Qazim beginnt es wieder stark zu regnen.  Daher steige ich in Qazim in einen Bus und fahre den Rest der Strecke nach Teheren mit dem Bus. Dies ist das erste Mal auf dieser Reise, dass ich mich nicht mit dem Fahrrad über die Straße bewege.

Zanjan
Zanjan
Zanjan Basar
Zanjan Basar
Zanjan
Zanjan

Der Verkehr hier im Iran ist absolut chaotisch. Dicht auffahren und rechts überholen ist völlig normal. Teheran ist besonders schlimm, die Stadt steht ständig kurz vor dem Verkehrskollaps.  Teheran ist mit seinen ca. 12 Millionen ein riesiger Moloch. Die Luftverschmutzung ist enorm, es herrscht eigentlich ständig Smog. Es gibt hier aber einiges zu sehen und so bleibe ich einige Tage. Ich kaufe mich wieder einen neue Hose. Die Hose, die ich mir in Istanbul gekauft habe, ist mir wieder zu groß. Langsam muss ich aufpassen, nicht zu viel abzunehmen.

Teheran
Teheran
Verkehr in Teheran
Verkehr in Teheran

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20 – Armenien  – Von Jerewan nach Meghri

Samstag, 07. November 2015

Auch in Jerewan bin ich länger geblieben, als ich geplant hatte.  Am 7.Oktober bin ich dann aber los gefahren. Die ersten Kilometer waren angenehm flach, das sollte dann aber auch die letzte flache Strecke bis in den Iran bleiben. Der Weg führte am Fuß des Ararats vorbei. Leider konnte ich den Berg auf Grund der starken Bewölkung nur erahnen.

Im Hintergrund kann man schemenhaft den Ararat erkennen
Im Hintergrund kann man schemenhaft den Ararat erkennen

Irgendwann begann dann auch der Anstieg zu dem ersten kleinen Pass mit 1800m. An der Hälfte des Anstiegs haben mich einige Armenier zu ihrem Picknick eingeladen. Es gab leckere armenische Wurst, Käse, Tomaten, Gurken, Brot und natürlich Schnaps. Mir fiel angenehm auf, dass sich der Fahrer sehr beim Trinken zurück gehalten hat. Nach einer netten Unterhaltung in meinem gebrochenen Russisch, bin ich dann weiter gefahren. Die Bewölkung nahm immer mehr zu und plötzlich brach ein Gewitter mit Sturmböen und Hagelschauern los. Bevor ich meine Regensachen herauskramen konnte, war ich komplett durchnässt. Zum Glück fand ich eine Bauruine am Straßenrand, wo ich mich unterstellen konnte. Als der Regen nach einiger Zeit nach ließ, beschloss ich nicht mehr weiter zufahren und mir einen Zeltplatz für die Nacht zu suchen. Wenn ich mich recht erinnere war dies der erste anständige Regen seit Österreich der mich beim Fahren erwischt hat.  2015-10-07 15.41.33 2015-10-07 15.41.38 - Kopie 2015-10-07 15.42.00 2015-10-08 10.27.22

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Am nächsten Morgen bin ich dann die letzten 500 Höhenmeter auf den Pass geradelt. Nach dem Pass wurde das Wetter wieder richtig schlecht und vor allem auch kalt. Wenigstens habe ich meinen Regensachen nicht umsonst die letzten fünftausend Kilometer mit mir herumgeschleppt. Abends komme ich in Vayk an, wo ich in einem kleinen Hotel übernachte.

Regen
Regen

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Am darauffolgenden Tag wartet der nächste Pass mit 2300 m auf mich. Vayk liegt auf 1200 Meter. Es beginnt wieder zu regnen und wird immer kälter. Kurz vor dem Anstieg treffe ich ein Pärchen aus Lettland, die auch mit dem Fahrrad unterwegs sind. Nach einer kurzen Unterhaltung geht es dann an den Anstieg. Ich kurble mich langsam die  Serpentinen hoch. Trotz der Wolken habe ich immer wieder tolle Aussichten. Kurz vor dem Pass beginnt mein linkes Knie zu scherzen. Das kann ich jetzt gar nicht gebrauchen. Zum Glück habe ich eine Bandage für solche Fälle mitgenommen. Mit Hilfe der Bandage und einem Schmerzmittel komme ich dann oben am Pass an. Unterwegs wurden mir immer wieder von vorbeifahrenden Armeniern Getränke, Süßigkeiten und Früchte geschenkt.

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Ein Pärchen aus Lettland
Ein Pärchen aus Lettland

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Der Pass
Der Pass

Die Abfahrt vom Pass ist angenehm, nur leider muss ich wegen der schlechten Straße sehr langsam fahren. Als es dann wieder etwas bergauf geht, meldet sich mein Knie wieder. Also suche ich mir einen Zeltplatz und hoffe, dass das Knie morgen wieder gut ist. Als ich morgens aus dem Zelt krieche, stelle ich fest, dass es auf den Berggipfeln um mich herum heute Nacht geschneit hat. Ich sollte wirklich schauen, dass ich sobald wir möglich aus den Bergen herauskomme. Der Winter kommt.

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Leider ist mein Knie immer noch angeschlagen, zwar schmerzt es nicht mehr so wie gestern aber ich kann es doch spüren. Also beschließe ich meine Route zu ändern. Eigentlich wollte ich über Tatev fahren, wo sich eines der schönst gelegenen Kloster von Armenien befindet. Allerdings würden da heute wieder sehr viele Höhenmeter auf mich zu kommen. Stattdessen fahre ich nach Goris. In Goris nehme ich mir ein Hotelzimmer und bleibe dort zwei Tage um das Knie auszukurieren. Das Wetter ist sehr regnerisch, daher verbringe ich die meiste Zeit auf dem Zimmer. Leider gibt es kein Internet, sonst hätte ich meinen Blog weiterschreiben können.

Der Winter kommt
Der Winter kommt
Goris
Goris
Goris
Goris
Goris
Goris

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Als ich das Gefühl habe, dass das Knie wieder in Ordnung ist, fahre ich weiter Richtung Kapan. Die Straße verläuft entlang der Grenze zu Bergkarabach. Zwar geht es heute nicht über 2000m, der höchste Pass ist nur 1700m hoch, trotzdem habe ich am Ende des Tages 1750 Höhenmeter auf 72 km zurückgelegt. Allmählich fallen mir die vielen iranischen Lastwagen auf, der Handel zwischen Iran und Armenien scheint sehr einseitig zu sein, armenischen Lkw sehe ich so gut wie gar nicht. Aber kurz vor Kapan habe ich die Straße plötzlich komplett für mich alleine. Das kommt mir etwas merkwürdig vor, dann fallen mir bei der Einfahrt nach Kapan auch die vielen Polizisten auf, die an allen Kreuzungen  die Zufahrt zu der Hauptstraße absperren. Ich habe das Gefühl, dass sie nicht wegen mir die Straße sperren. Und richtig, als mich einer der Polizisten wahrnimmt, gibt er mir durch hektische Handbewegungen zu verstehen, dass ich sofort von der Straße runter soll. Kaum habe ich am Straßenrand angehalten, kommt auch schon eine Kolone aus Polizeiautos und Nobelkarossen an mir vorbei gedonnert.

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Als ich dann in Kapan ein Hotelzimmer nehmen möchte, erfahre ich, dass der Präsident von Armenien heute Kapan besucht und daher alle Hotelzimmer in Kapan ausgebucht sind. Zum Glück finde ich dann doch noch ein Zimmer in einer kleinen Absteige auf der anderen Seite der Stadt. Da es wieder sehr stark regnet, hätte ich heute keine Lust zum Zelten gehabt. Abends schaue ich bei der Veranstaltung des Präsidenten vorbei. Das Ganze ist wie ein Volksfest aufgezogen, doch wegen meiner mangelhaften Sprachkenntnisse und dem schlechten Wetter bleibe ich nicht lange und verpasse so das Feuerwerk.  Ich weiß nicht was die da in die Luft gejagt haben aber ich hatte bei den Explosionen des Feuerwerks Angst um die Fenster meines Hotelzimmers. Das war das lauteste Feuerwerk, das ich je erlebt habe. Da sich mein Knie wieder meldet,  bleibe ich einen weiteren Tag in Kapan. Die Stadt ist nicht wirklich schön und das trübe Wetter macht es auch nicht besser. Abend treffe ich in einem kleinen Restaurant mit super nettem Personal einen Reisenden aus Singapur. Der Junge ist in achtzehn Monaten von Singapur nach Armenien gelaufen! Sein Ziel ist der Atlantik und dann möchte er noch den Jakobsweg laufen. Respekt. Wir unterhalten uns, bis das Restaurant schließt. Am nächste morgen will ich weiter fahren, werde aber von drei älteren Armeeoffizieren zum Frühstück eingeladen, den angebotenen Schnaps kann ich, mit Hinweis auf den Pass der heute vor mir liegt, ablehnen. Die Herren sind hellauf begeistert, als sie erfahren, dass ich aus Deutschland komme. Alle drei waren zu Sowjetzeiten für einige Jahre in Deutschland stationiert. Sie wollen mich gar nicht gehen lassen aber ich muss wirklich los, inzwischen wird es hier auch schon recht früh dunkel und der Meghri Pass, den ich heute vor mir habe, ist mit seinen 2500m der höchste Pass auf meiner Tour bisher. Gut gesättigt und nüchtern fahre ich also los. Das Wetter heute ist auch schön, der Himmel fast wolkenfrei und das Knie scheint auch wieder in Ordnung zu sein. Der Tag in Kapan hat sich gelohnt. Die ersten tausend Höhenmeter ziehen sich auf einer angenehm flachen Steigung durch ein Flusstal langsam nach oben, kurz bevor es mit den Serpentinen und den nächste tausend Höhenmeter losgeht, treffe ich Gram, einen älteren Radler aus Neuseeland. Er hat von seiner Frau 600 Tage freibekommen, um die Welt zu um radeln. Wir unterhalten uns eine Weile über unsere Touren und die jeweils vor uns liegenden Strecken und setzten dann unsere Wege fort.

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Der Verkehr hier am Pass hält sich in Grenzen, es sind heute fast ausschließlich iranische Lkw unterwegs. Dann werde ich aber von einem alten 190er Daimler überholt, der ein  kurzes Stück vor mir anhält. Ich kann das Nummernschild nicht zu ordnen, wie sich aber bald herausstellt, stammen Auto und Fahrer aus Marokko. Der Fahrer heißt Ali und ist ein sympathischer und total durchgeknallter Typ. Er ist auf einer Pilgerreise nach Mekka und hat dabei einen kleinen Umweg über Europa und den Kaukasus genommen. Er lädt mich zu einem leckeren marokkanischen  Minzetee ein, dazu gibt es noch armenisches Fladenbrot, Butter und Honig. Bis zur Passhöhe sind es noch dreihundert Höhenmeter und mir kommt diese Pause gerade recht. Zum Abschied bietet mir Ali noch an mich mit dem Auto bis zum Pass mit zunehmen, das lehne ich aber dankend ab. Den Pass will ich aus eigener Kraft schaffen. Als ich dann endlich oben ankomme, ist es bereist Nachmittag. Ich habe heute auf vierzig Kilometer zweitausend Höhenmeter gemacht. Das Wetter war die ganze Zeit richtig gut, so dass ich viel tolle Ausbliche auf die Berglandschaft genießen konnte. Bis zu der Ortschaft Meghri, in der ich heute übernachten möchte, sind es nochmal knapp fünfunddreißig Kilometer. Aber da es jetzt nur noch bergab geht, sollte ich das in unter zwei Stunden schaffen. Nach dem ich ca. fünfhundert Höhenmeter abgefahren bin, treffe ich einen spanischen Radfahrer. Da er keine Karte hat, weiß er nicht wie hoch der Pass ist und was noch vor ihm liegt. Also schenke ich ihn die Kaukasuskarte, die Johannes mir in Batumi geschenkt hat. Vielleicht wird diese Karte ja noch einige Male durch den Kaukasus geradelt werden.

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Iranische Lkw
Iranische Lkw

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Meghri Pass
Meghri Pass

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Abends komme ich dann in Meghri an und finde eine super nette und extrem günstige Unterkunft. Die Gegend hier ist viel wärmer als auf der anderen Seite des Passes und das ganze Tal ist sehr fruchtbar. Die Unterkunft liegt in einem sehr schönen Ostgarten in dem von Äpfeln über Feigen und Granatäpfeln bis hin zu Früchten die ich noch nie gesehen habe alles zu wachsen scheint.

Meghri
Meghri
Meghri
Meghri

In der Unterkunft treffe ich ein älteres Ehepaar aus Österreich, die mit ihrem VW-Bus in Richtung Iran unterwegs sind. Ich teile mir das Gemeinschaftszimmer mit einem Franzosen und einem Engländer die auch in den Iran wollen. So viele Reisende wie heute habe ich schon lange nicht mehr an einem Tag getroffen.

Das Abendessen, welches uns hier serviert wird, ist sehr reichlich und sehr lecker. Natürlich steht hier auch wieder eine ganze Flasche selbstgebrannter Schnaps auf dem Tisch. Eigentlich kann ich das Zeug nicht mehr sehen. Aber der hier ist ein besonders leckerer Feigenschnaps und da es ab morgen im Iran so schnell keinen Alkohol mehr gibt und wir so gemütlich beisammen sitzen, muss die Flasche dann doch daran glauben.  Und so endet Armenien für mich wie es begonnen hat. Ein wirklich tolles Land mit tollen Menschen, gewaltigen Landschaften, relativ zivilisierten Autofahrern und sehr hässlichen Städten, von Jerewan mal abgesehen.

19 – Armenien – Von Tiflis nach Jerewan

Sonntag, 04. Oktober 2015

In Tiflis bin ich jetzt doch länger geblieben als ursprünglich geplant. Ich habe mein iranisches Visum am 28.09 bei der Botschaft abgeholt, schon auf dem Weg zur Botschaft habe ich mich nicht so gut gefühlt und abends ging es dann richtig los. Ich habe mir irgendwo eine Magen-Darm-Geschichte eingefangen und lag erstmal einige Tage flach. In dieser Zeit habe ich das Hostel so gut wie nicht verlassen. Die anderen Langzeitgäste, vor allem Karsten, haben sich aber gut um mich gekümmert. Ich habe die Zeit auch genutzt um endlich eine Karte mit meiner Reiseroute in meinen Blog einzubinden, die man jetzt unter dem Menüpunkt „Reiseroute“ finden kann.  Insgesamt waren die zwei Wochen in dem „Why-Not?“ Hostel sehr angenehm. In diesem Hostel herrscht eine sehr familiäre Athmosphere, fast schon wie in einer guten Wohngemeinschaft. Dieses Hostel scheint auch ein beliebter Anlaufpunkt für Fahrradfahrer zu sein, mein Rad stand nie alleine auf dem Balkon.

Tiflis
Tiflis
Tiflis
Tiflis
Tiflis
Tiflis
Abschiedskomitee
Abschiedskomitee

Am Montag den 28. September bin ich dann endlich auf gebrochen. Sehr weit bin ich aber nicht gekommen. In der Nähe von Marneuli wollte ich mittags in einem kleinen Restaurant eine Suppe essen.  Prompt wurde ich von einer Gruppe Georgier an deren Tisch eingeladen. In Georgien gibt es eine sehr ausgeprägte Essenskultur. Man(n) sitzt stundenlang an einem sehr reich gedeckten Tisch, isst und vor allem trinkt gemeinsam. Vor dem Trinken werden sehr lange Toasts ausgesprochen und dann trinkt man das Glas in einem Zug aus. Mir wurde also ein sehr vollgeladener Teller hingestellt und auch ein volles Glas. Zum Glück tranken die Herren einen guten selbst gemachten Wein und kein Tschatscha (selbstgebrannter Brandwein bzw. Tresterbrand). Wir unterhielten uns in einer Mischung aus gebrochenem Deutsch, Englisch und Russisch. Eigentlich wollte ich nach dem zweiten Glas wieder los aber daran war nicht zu denken. Meine Gastgeber füllten mir das Glas schneller nach als ich schauen konnte. So saßen wir stundenlang zusammen und unterhielten uns. Irgendwann gegen Abend gelang es mir dann doch den Absprung zu schaffen aber an weiter fahren war nicht zu denken. Zum Glück gab es auf der anderen Straßenseite ein kleines Hotel.

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Am nächsten Morgen ging es mir erstaunlich gut und ich kam recht schnell an der armenischen Grenze an. Kurz hinter der Grenze wurde ich von zwei Armeniern angehalten und zum Essen eingeladen. Die beiden hatten schon ganz gut ihrem Selbstgebranntem zugesprochen. Daher war ihre Flasche zum Glück nach dem zweiten Glas leer. Das war auch gut so, denn jetzt ging es für mich weiter in die Berge. Armenien ist sehr gebirgig.

Meine armenischen Gastgeber
Meine armenischen Gastgeber

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Ich fuhr in mehreren Etappen entlang der Grenze zu Aserbaidschan Richtung Dilijan. Nach Dilijan musste ich von ca. 400 Meter über NN auf 2100 Meter klettern. Das waren die meisten Höhenmeter, die ich bisher an einem Tag zurückgelegt hatte. Die Straße zog sich in Serpentinen zum Pass hinauf, der Steigungswinkel war moderat und an jeder Kehre gab es eine schöne Aussicht. Nach dem Pass übernachtete ich an dem 1900m hoch gelegenen Sevan See. Von dort ging es dann wieder runter nach Jerewan. Langsam merke ich auch, dass der Herbst kommt. Das Laub der Bäume verfärbt sich und es wird merklich kühler, was natürlich auch mit der Höhe zu tuen hat.

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Sevan See
Sevan See

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Es wird Herbst
Es wird Herbst

 

Jerewan hat mich sehr überrascht, die Städte, durch die ich bisher in Armenien gekommen bin, waren sehr triste Orte mit heruntergekommener sozialistischer Architektur und vielen Industrieruinen.  Jerewan dagegen macht auf mich einen sehr (west)europäischen Eindruck, viele neue und restaurierte Fassaden und neu angelegte Fußgängerzonen. Die Autos halten  an Zebrastreifen tatsächlich an und die armenischen Autofahrer fahren sehr viel defensiver als in Georgien. In dem Hostel, indem ich hier in Jerewan wohne, habe ich einen iranischen Fremdenführer aus Isfahan getroffen, der mir viele Tipps für den Iran gegeben hat und mich auch gleich eingeladen hat ihn in Isfahan zu besuchen. Ich nutze das gute Internet hier im Hostel, um mich für den Iran vorzubereiten. Ich hoffe, dass ich somit in der Lage bin auch im Iran meinen Blog weiter zupflegen. Ich werde voraussichtlich am 5. Oktober weiter fahren. Auf mich warten noch sehr viele Höhenmeter, bis ich den Iran erreiche.

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Jerewan
Jerewan

18 – Georgien – Von Batumi nach Tiflis

Dienstag, 22. September 2015

Nach dem ich in Batumi meinen Blog aktualisiert habe und online über ein iranisches Reisebüro meine Referenznummer für das iranische Visum beantragt habe, fahre ich weiter Richtung Chakvi. Dort treffe ich mich wieder mit Andjali und Camille. Die beiden kommen aus Frankreich und sind auf dem Weg nach Indien. Ich habe sie kurz vor der Grenze nach Georgien getroffen. Sie haben Batumi bereits einen Tag zuvor verlassen, nachdem sie ihr Visum für Aserbaidschan beantragt haben. Sie müssen vier Tage auf das Visum warten. Diese Zeit verbringen wir gemeinsam an einem Strand in der Nähe von Chakvi. Wir zelten direkt am Strand, baden, kochen und jeden Tag fährt einer von uns ins nahe gelegene Dorf, um Lebensmittel und Wasser zu holen. Ich verstehe mich mit den beiden sehr gut und wir beschließen gemeinsam nach Tiflis zu fahren.

Batumi
Batumi
Batumi
Batumi
Camille und Andjali
Camille und Andjali
Ich mit Karte
Ich mit Karte

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Batumi
Batumi
Batumi
Batumi
Andjali und Camille
Andjali und Camille
Fahrrad pflegen
Fahrrad pflegen
Unser Zeltplatz
Unser Zeltplatz
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Kochen
Kochen
Essen
Essen

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Spielen
Spielen
Zeltplatz
Zeltplatz

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Am 4. September fahren wir wieder zurück nach Batumi, wo Andjali und Camille ihr Visum abholen. Am Abend gehen wir gemeinsam essen, die Küche in Georgien ist fantastisch. Ich weiß nicht wie viele Khinkali ich bereits gegessen habe. Der georgische Wein ist auch wirklich gut.

Batumi
Batumi
Batumi
Batumi
Bayern in Batumi
Bayern in Batumi

Am nächsten Tag geht es dann los Richtung Tiflis, wir wählen aber nicht den direkten Weg, sondern fahren entlang der türkischen Grenze durch den kleinen Kaukasus. Auf dieser Route warten zwei Pässe mit je 2000 m auf uns. Der Verkehr hier in Georgien ist sehr anstrengend. Die Autofahrer sind nicht an Fahrradfahrer gewöhnt und da es hier keine breiten Seitenstreifen wie in der Türkei gibt, müssen wir uns beim Fahren sehr konzentrieren. Daher sind wir sehr froh als wir das Einzugsgebiet von Batumi verlassen und es langsam in den Berge geht. Der Verkehr wird wesentlich ruhiger. Allerdings scheinen wir genau die Zeit erwischt zu haben, in der die Kühe von den Sommerweiden in den Bergen ins Tal getrieben werden. In den nächsten Tagen müssen wir uns den Weg durch unzählige Kuhherden bahnen.

Wir verlassen Batumi auf dem einzigen Radweg den ich in Georgien gesehen habe.
Wir verlassen Batumi auf dem einzigen Radweg den ich in Georgien gesehen habe.
Batumi
Batumi
Brücke
Brücke

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2015-09-05 09.57.55

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Pause am Friedhof
Pause am Friedhof

Die erste Nacht zelten wir an einem Flussufer. Sind erst auf 300 m haben heute aber schon 800 Höhenmeter zurückgelegt.

2015-09-05 19.18.35

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Am nächsten Tag klettern wir auf 1500 m und legen auf einer Strecke von 45 km ca. 1500 hm zurück. Die Straße wird immer schlechter, bis sie schließlich nur noch eine Schotterpiste mit tiefen Schlaglöchern ist. Die Landschaft entschädigt aber für alle Strapazen. Abends finden wir einen schönen Zeltplatz mit super Aussicht. Wir kochen jeden Abend gemeinsam. Das Gemüse hier in Georgien ist sehr schmackhaft, insbesondere die Tomaten. Daher gibt es jeden Abend einen Eintopf mit unterschiedlichem Gemüse, je nachdem was wir tagsüber in den Dörfern finden können. Dazu gibt es Reis oder Nudeln. Morgens nehmen wir uns die Zeit Porridge zu kochen.

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2015-09-06 08.12.04

2015-09-06 09.01.402015-09-06 11.25.432015-09-06 11.25.572015-09-06 14.37.382015-09-06 13.40.052015-09-06 16.48.082015-09-06 15.57.462015-09-06 16.49.582015-09-06 16.50.212015-09-06 18.54.002015-09-06 18.55.232015-09-06 18.56.39

Die letzten 500 hm bis zum 2025 m hohen Goderdzi Pass legen wir auf einer Strecke von nur 8 km zurück. Unterwegs kaufen wir von einem Imker Honig und eine Art Mascarpone, das gibt es dann mit Brot oben am Pass. Den Rest des Tages geht es dann bergab. Leider müssen wir auf Grund der schlechten Straße genau so langsam bergab fahren, wie wir hochgeklettert sind. Abends zelten wir einige Kilometer vor Akhaltsikhe.

Schotterstraße
Schotterstraße

2015-09-07 06.57.08

2015-09-07 08.24.322015-09-07 08.24.36

Goderdzi Pass
Goderdzi Pass

2015-09-07 09.41.44

2015-09-07 12.01.412015-09-07 12.01.49

2015-09-07 09.55.222015-09-07 11.55.53

Runter geht es nicht schneller als hoch
Runter geht es nicht schneller als hoch
Endlich eine bessere Straße
Endlich eine bessere Straße
Zelten am Fluß
Zelten am Fluss

2015-09-07 16.41.082015-09-07 19.01.27

Die Strecke zwischen Akhaltsikhe und Akhalkalaki war landschaftlich eine der Höhepunkte bisher. In den nächsten Tagen geht es dann über einen weiteren 2168m hohen Pass Richtung Tiflis. Auf dieser Strecken vollende ich die ersten 6000 km meiner Reise. Am letzten Abend vor Tiflis zeigt uns ein georgischer Imker einen schönen Zeltplatz auf dem auch schon ein russischer Radfahrer sein Lager aufgeschlagen hat. Abends kochen wir gemeinsam mit den Russen und dem Georgier. Der Imker schenkt uns immer wieder Tschatscha , wie der Schnaps in Georgien genannt wird, nach und wir unterhalten uns bis spät in die Nacht.

Akhaltsikhe
Akhaltsikhe

2015-09-08 08.50.17 2015-09-08 08.51.43 2015-09-08 08.51.462015-09-08 08.40.532015-09-08 14.16.222015-09-08 09.47.052015-09-08 09.57.312015-09-08 15.04.41

Ninosminda
Khertvisi

2015-09-08 15.12.082015-09-08 15.15.422015-09-08 15.28.282015-09-08 17.27.382015-09-09 07.31.252015-09-09 11.15.052015-09-09 11.15.23

6000 km
6000 km

2015-09-09 16.49.08 2015-09-09 16.53.06 2015-09-09 16.51.44 2015-09-09 19.20.18

2015-09-09 16.14.112015-09-10 09.05.04         2015-09-10 09.04.502015-09-10 09.25.332015-09-10 09.25.522015-09-09 16.14.112015-09-10 14.28.012015-09-10 07.41.002015-09-10 07.40.552015-09-10 08.38.35

2015-09-10 14.28.01  2015-09-11 06.49.472015-09-11 08.28.562015-09-11 09.55.04

Tiflis
Tiflis

Als wir schließlich am Freitag, den 11. September in Tiflis ankommen, haben wir in sieben Tagen 6800 hm zurückgelegt. Wir gehen in das „Why not“ Hostel in Tiflis. Ich hoffe Marcis aus Lettland dort wieder zu treffen. Doch leider haben wir uns um zwei Tage verpasst. Das Hostel hat eine sehr tolle Atmosphäre, in der ich mich gleich sehr wohl fühle.  Andjali und Camille fuhren am Samstag weiter Richtung Aserbaidschan. Die Zeit mit den beiden hat mir sehr gut gefallen.

Ein letztes mal gemeinsam kochen
Ein letztes mal gemeinsam kochen

2015-09-12 12.41.09 2015-09-12 12.47.44

und Tschüß
und Tschüß

Why not? Hostel

Why not? Hostel

Why not? Hostel
Why not? Hostel
Why not? Hostel
Why not? Hostel
Phil aus den USA.
Phil aus den USA.

Ich mache mich am Montag auf den Weg zur iranischen Botschaft. Mit meiner Referenznummer sollte das Beantragen des Visums eigentlich kein Problem sein, doch leider meint der Botschaftsangestellte nach einem oberflächlichen Blick auf seine Papiere, dass meine Nummer noch nicht vorliegt und ich solle morgen nochmal kommen. Also gehe ich am Dienstag nochmal zur Botschaft, doch die Nummer ist angeblich immer noch nicht da. Am Mittwoch nimmt sich der Botschaftsangestellte dann doch mal die Zeit seine Unterlagen genau zu durchsuchen und sieh da, die Referenznummer lässt sich finden. Jetzt möchte er von mir aber die Versicherungspolice meiner Reisekrankenversicherung sehen. Natürlich habe ich die nicht dabei, daher soll ich am Freitag wiederkommen, da die Botschaft am Donnerstag geschlossen ist. Am Freitag kann ich dann endlich das Visum beantragen. Hoffentlich kann ich es dann am Mittwoch abholen. Langsam werde ich zu einem der Stammgäste in dem Hostel, was aber nicht weiter schlimm ist. Wir kochen regelmäßig zusammen und gehen abends gemeinsam aus. Tiflis ist eine schöne Stadt, die einiges zu bieten hat. Wenn alles gut läuft der ich am 24.09 weiter Richtung Armenien fahren.

Tiflis
Tiflis
Tiflis
Tiflis
Tiflis
Tiflis

17 – Türkei – Von Istanbul nach Batumi

Montag, 31. August 2015

Von Istanbul nach Batumi, Gesamtkilometer: 5698 km

Da meine Erkältung doch etwas stärker war, als ich erwartet habe, bin ich erst am 7.August weiter gefahren. Die Zeit bis dahin habe ich mit Museumsbesuchen und auf der Dachterrasse des Hostels verbracht. In dieser Zeit hatte ich auch eine Nachricht von Marcis erhalten, den ich in Vama Veche kennen gelernt habe. Er hatte in der Nähe von Sapanca einen Unfall und hat sich den Knöchel gebrochen. Also beschließe ich meine ursprüngliche Route zu ändern und ihn in Sapanca zu besuchen.

Diese Kanonen wurden von den Osmanen bei der Belagerung von Konstantinopel eingesetzt.
Diese Kanonen wurden von den Osmanen bei der Belagerung von Konstantinopel eingesetzt.
Teil der Kette mit der die Byzantiner ihren Hafen absperrten
Teil der Kette mit der die Byzantiner ihren Hafen absperrten

2015-08-05 11.51.03

Aussicht von der Dachtterasse
Aussicht von der Dachterrasse

Am 7.August bin ich früh morgens aufgebrochen, nachdem ich mich ausgiebig von den super netten Angestellten des Hostels verabschiedet habe. Mit der Fähre bin ich dann über den Bosporus auf die asiatische Seite von Istanbul gefahren.  Ich suche mir einen Weg durch die Wohngebiete in diesem Teil von Istanbul, um die sehr stark befahren D100 so lange wie möglich zu vermeiden. Zufällig komme ich dabei auf eine sehr schön ausgebaute Uferpromenade, der ich fast zwanzig Kilometer folge.  Es gibt sogar einen Fahrradweg. Das ist sicher die entspannteste Art Istanbul zu verlassen. Der Himmel bewölkt sich immer mehr und es fängt zu regnen an. Das ist der erste Regen seit langer Zeit. Irgendwann muss ich dann doch auf die Schnellstraße. Der Verkehr ist sehr dicht aber auf dem breiten Seitenstreifen komme ich sicher voran.

Bahaus Hostel
Bahaus Hostel
Überfahrt mit der Fähre
Überfahrt mit der Fähre
Überfahrt mit der Fähre
Überfahrt mit der Fähre
Überfahrt mit der Fähre
Überfahrt mit der Fähre
Überfahrt mit der Fähre
Überfahrt mit der Fähre
Uferpromenade
Uferpromenade

2015-08-07 09.56.49

Am nächsten Nachmittag erreiche ich das an einem schönen See gelegene Sapanca. Dort treffe ich Marcis wieder, der in der Zwischenzeit das Krankenhaus verlassen hat und in einem Hotel untergekommen ist. Wir verbringen den Abend mit Tee trinken, da wir kein Bier finden können.  Am nächsten Morgen fahre ich weiter. Marcis bleibt noch einige Tage in Sapanca. Er wartet jetzt auf einen Freund, der mit dem Motorrad aus Lettland kommt. Dann wollen sie gemeinsam und mit gebrochenem Knöchel Richtung Kasachstan und Russland weiterfahren und mit der Transsibirischen Eisenbahn wieder zurück.

Marcis
Marcis
Marcis
Marcis
Sapanca
Sapanca
Sapanca
Sapanca

Ich fahre jetzt wieder nach Norden Richtung Schwarzes Meer. Nach Karasu wird der Weg entlang der Küste sehr hügelig mit vielen zum Teil sehr steilen Steigungen. Unterwegs treffe ich Metin, er ist Türke und durchquert die Türkei entlang dem Schwarzen Meer. Er ist in Georgien gestartet und fährt also in die entgegengesetzte Richtung zu mir. Wir unterhalten uns und er gibt mir einige gute Tipps zu meiner Route.

Karasu
Karasu

2015-08-10 08.44.25

Hügellandschaft am Schwarzen Meer
Hügellandschaft am Schwarzen Meer
Hügellandschaft am Schwarzen Meer
Hügellandschaft am Schwarzen Meer
Metin
Metin

2015-08-10 11.59.07

Ereğli
Ereğli

2015-08-10 18.49.03 2015-08-10 19.29.49

Es wird wieder hügelig
Es wird wieder hügelig

2015-08-12 09.51.42 2015-08-12 10.02.02

Zonguldak
Zonguldak
Zonguldak
Zonguldak

Nach Zonguldak verlasse ich die Küste und fahre wieder ins Landesinnere Richtung Safranbolu.  In Safranbolu gibt es viele gut erhalten Häuser im osmanischen Baustil.

2015-08-13 09.47.49 2015-08-13 11.33.31 2015-08-13 11.48.27 2015-08-13 13.08.26 2015-08-13 13.29.30

In den letzten Tagen ist es wieder brütend heiß geworden. Die Temperaturen steigen am Nachmittag weit über 35 Grad. Mein Fahrradcomputer zeigt mir Temperaturen von über 40 Grad in der Sonne an. Ich fahre in der Regel um kurz nach sieben los, damit ich mittags mein Etappenziel erreicht habe und somit die Nachmittagshitze vermeide. Leider campe ich daher auch kaum noch. Denn wenn ich mein Zelt mittags aufbaue, gibt es außer kochen und lesen nicht mehr viel zu tun. Der Nachmittag zieht sich ewig hin und auf Dauer wird mir sehr langweilig. Das ist eigentlich sehr schade, da man in der Türkei hervorragend wildzelten kann. Wenn man die Augenoffen hält, finden man viele schöne Plätze um das Zelt auf zuschlagen. Die Wasserversorgung ist kein Problem, es gibt in unregelmäßigen Abständen gefasste Quellen am Straßenrand und an jeder Moschee gibt es einen Wasserhahn mit Trinkwasser. Ich nehme mir in letzter Zeit meistens Hotels und verbringe den Nachmittag teetrinkend in einem schattigen Park. Oft lerne ich so auch Einheimische kennen und man unterhält sich in gebrochen Englisch oder Deutsch oder zur Not mit Händen und Füssen.

Safranbolu
Safranbolu
Safranbolu
Safranbolu
Safranbolu
Safranbolu
Safranbolu
Safranbolu

Von Safranbolu geht der Weg erstmal wieder bergab auf 250 Höhnmeter, um dann auf ein Hochplateau mit 1200 Höhenmetern anzusteigen.  Da es an diesem Tag besonders heiß war, kam ich beim Anstieg ordentlich ins Schwitzen. Abends lerne ich in Çerkeş zwei türkische Radfahrer kenne, die mit ihrem Begleitteam in dem gleichen Hotel abgestiegen sind wie ich. Die beiden sind Lehrer in Ankara und ehrenamtlich in einer Hunderettungsstaffel tätig. Sie durchqueren die Türkei entlang der größten tecktonischen Verwerfung, wo das Erdbebenrisiko also besonders groß ist. Unterwegs verteilen sie Infobroschüren zum Verhalten im Falle eines Erbebens. Während wir uns unterhalten kommt der Bürgermeister der Stadt vorbei und gibt uns eine tolle Stadtführung. Viele der gezeigten Orte sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei.

Stahlwerk bei Safranbolu
Stahlwerk bei Safranbolu

2015-08-14 09.24.24

Auf den Hochplateau
Auf den Hochplateau

2015-08-14 13.31.54

In den nächsten Tagen fahre ich weiter über Tosya und Osmancık nach Havaza. Der Weg führt in stetigem auf und ab über das Hochplateau. Wobei es allmählich wieder nach unten geht. Kurz vor Osmancık habe ich dann auch die 5000 km Marke meiner Reise überschritten. Am nächsten Tag meldet sich auch Marcis wieder bei mir. Sein Kumpel ist in Sapanca angekommen und nachdem sie am Rahmen seines Mopeds eine Ablage für sein Bein angeschweißt haben, sind sie wieder unterwegs. Wir verabreden, dass wir uns in Havaza treffen werden. Ich freue mich sehr diesen verrückten Typen nochmal zu treffen. Wie verbringen den Abend gemeinsam bei einigen Bieren, die wir allerdings auf dem Hotelzimmertrinken müssen, da ich einzige Bar die wir in Havaza finden konnten einen sehr zwielichtigen Eindruck gemacht hat. Leider habe ich keine Fotos von ihm und seinem Motorrad gemacht, wer sich das man anschauen möchte kann das hier machen.

2015-08-15 07.16.18 2015-08-15 09.12.11 2015-08-15 10.47.41 2015-08-15 10.47.54

Runter
Runter
Und wider hoch
Und wider hoch

2015-08-15 13.41.50 2015-08-15 13.42.04

2015-08-16 07.46.45 2015-08-16 07.50.33 2015-08-16 07.50.56 2015-08-16 08.47.24 2015-08-16 10.09.12 2015-08-16 10.42.48 2015-08-16 10.43.08 2015-08-16 11.14.31

Osmancık
Osmancık
5000 km
5000 km
Osmancık
Osmancık

2015-08-17 07.53.25Von Havaza bin ich zurück an die Küste des Schwarzen Meers nach Samsun gefahren. Ich werde nun die der Küste bis nach Georgien folgen. Eigentlich wollte ich ursprünglich im Landesinneren über Erzincan und Erzurum nach Georgien fahren, habe mich dann aber doch für die Küste entscheiden, da es hier wesentlich kühler ist als im Landesinneren. Außerdem gibt es an der Küstenstraße ab Samsun keine nennenswerten Steigungen. Im Nachhinein bereue ich diese Entscheidung etwas, da ich glaube den interessantesten Teil der Strecke verpasst zu haben. Die gebirgige Landschaft an der Küste ist zwar auch spektakulär aber sehr dicht besiedelt und verbaut. Es gibt nur sehr wenige Strände und die sind nicht besonders attraktiv. Kein Vergleich zu den Stränden in Bulgarien. Richtig schön wird es wenn am sich von der Küstenstraße entfernt und ins Gebirge geht.

2015-08-18 06.47.37 2015-08-18 06.47.51 2015-08-18 07.05.58

Samsun
Samsun
Samsun
Samsun

2015-08-19 11.25.27Von Samsun bin ich in mehreren Etappen weiter Richtung Trabzon gefahren. In guten Jahren werden in dieser Gegend rund 70 Prozent der weltweiten Haselnussproduktion erwirtschaftet. Die steilen Hänge der Gebirgiges sind über und über mit Haselnusssträuchern bedeckt und die Ernte war gerade voll im Gange. Nach Trabzon weichen die Haselnussplantagen dann allmählich den Teeplantagen. Das Klima hier ist mild und regenreich. Das ca. 80 km östlich von Trabzon gelegene Rize ist die regenreichste Stadt in der Türkei. Das hat habe ich am eigenen Leib erfahren können. Seit Samsun  war der Himmel meist bewölkt und es hat immer wieder geregnet und nachts gab es regelmäßig Gewitter. Der Regen hat mich nicht gestört, da es immer noch um die 28 Grad warm war und ich nach einem Regenschauer schnell wieder trocken wurde. Und es war sehr angenehm nicht mehr in der prallen Sonne zu fahren.

2015-08-20 13.13.06 2015-08-21 09.54.37

Ordu
Ordu
Ordu
Ordu
Ordu
Ordu
Trabzon
Trabzon
Trabzon
Trabzon
Trabzon
Trabzon
Trabzon
Trabzon
Trabzon
Trabzon

2015-08-25 13.34.18

Hagia Sophia in Trabzon
Hagia Sophia in Trabzon

2015-08-25 13.47.07 2015-08-25 13.47.25 2015-08-25 14.27.07

Zwischen Trabzon und Rize treffe ich dann Klemens und Uwe, sie sind die ersten Radler die ich in de Türkei treffe, die in meine Richtung fahren. Sie kommen aus Deutschland und wollen via Pakistan und Myanmar nach Thailand fahren. Das wird eine super spannende und ganz schön abenteuerliche Tour werden. Wir halten in einem kleinen Restaurant am Straßenrand und unterhalten uns. Die beiden werden die Küste bald verlassen und dann Richtung Erzurum und dann weiter in den Iran fahren.

Klemens und Uwe
Klemens und Uwe

An meinem letzten Tag in der Türkei hole ich dann kurz vor der georgischen Grenze Andjali und Camille ein. Die beiden sind aus Frankreich bis hierher geradelt und wollen weiter nach Indien. Wir fahren gemeinsam zur Grenze und unterhalten uns beim Fahren. Da wir uns gut verstehen, suchen wir gemeinsam nach einem Hostel in Batumi und verbringen die nächsten zwei Tage gemeinsam in Batumi. Wir werden auch die nächsten Tage gemeinsam weiter Radeln.

2015-08-28 08.32.24

Teeplantage
Teeplantage

Ich war jetzt etwas mehr als einen Monat in der Türkei. Das ganz große Highlight waren für mich die Menschen hier. Ich bin immer freundliche empfangen worden, immer wieder zu Tee oder zum Essen eingeladen worden und hatte einfach eine gute Zeit. Das Essen ist ganz hervorragend. Ich habe so gut wie nie selber gekocht, man findet fast überall günstige Gelegenheiten, wo man eine gute Mahlzeit bekommen kann. Ich habe bevorzugt in den Lokantas gegessen, was den großen Vorteil hat, dass man hier in der Auslage zeigen kann was man gern hätte. Speisekarten sind in den günstigen Restaurants eher selten. Von den politischen Unruhen und den Anschlägen habe ich glücklicherweise nichts mitbekommen. Ich bin jetzt sehr gespannt, was Georgien so bringt.

16 – Türkei – Von Tsarevo nach Istanbul

Dienstag, 04. August 2015

Von Tsarevo nach Istanbul, Gesamtkilometer: 4195 km

Von Tsarevo führt mich mein Weg durch den Nationalpark des Strandscha-Gebirges. Ich folge der Straße 99, diese Straße ist an einigen Stellen nicht mehr als ein asphaltierter Feldweg. Es gibt so gut wie keinen Verkehr und die Landschaft ist beeindruckend. Da die Straße zum größten Teil durch Waldgebiete führt, habe ich bei den recht langen Anstiegen immer Schatten, was sehr angenehm ist. Als ich nachmittags in Malko Tarnovo ankomme, zeigt mir mein Navi für den heutigen Tag 1200 zurückgelegte Höhenmeter an. Malko Tarnovo liegt kurz vor der türkischen Grenze. Ich übernachte in einer netten kleinen Pension, wo ich ein schottisches Ehepaar treffe, die mit einen Tandem in Lissabon gestartet sind. Wir sitzen noch lange bei einer Flasche Wein zusammen.

2015-07-24 09.52.59

2015-07-24 10.11.40

Straße 99.
Straße 99.
Es wird hügelig
Es wird hügelig

2015-07-24 15.05.57

2015-07-24 15.23.51

Am nächsten Morgen mache ich mich auf zur türkischen Grenze. Auf der türkischen Seite erwartet mich eine schöne Straße mit einem sehr breiten Seitenstreifen. Sowas hatte ich schon lange nicht. Die Türken bauen halt vernünftige Straßen. Allerdings schrecken türkische Bauingenieure vor keiner Steigung zurück, egal wie steil sie ist. Die Gegend ist immer noch sehr hügelig und die Temperaturen steigen heute auf bis zu 35 Grad im Schatten. Das Problem dabei ist, ich habe keinen Schatten. Heute stelle ich einen persönlichen Rekord im Wassertrinken auf. Zum Glück gibt es an jeder Mosche einen Wasserhahn mit gutem Trinkwasser. Als ich nachmittags in Kirklareli ankomme beschieße ich, morgen sehr früh aufzubrechen um der Hitze am Nachmittag zu entgehen.

Holzhaus in Malko Tarnovo
Holzhaus in Malko Tarnovo

2015-07-25 10.06.33 2015-07-25 10.06.41 2015-07-25 11.02.13

Türkische Straße mit Seitenstreifen
Türkische Straße mit Seitenstreifen

2015-07-25 12.09.32 2015-07-25 14.17.54

So mache ich mich am nächsten Tag um sieben Uhr auf den Weg. Ich habe viele Horrorstorys über den Verkehr bei der Einfahrt nach Istanbul gelesen. Um diesem Verkehr zu entgehen nehme ich die D020, zwar werde ich hier wesentlich mehr Höhenmeter machen als auf den Straßen weiter südlich aber der Verkehr wird sich in Grenzen halten. Heute vollende ich die ersten 4000 km meiner Tour.

2015-07-27 10.47.54

4000 km
4000 km

Um zwölf Uhr erreiche ich Saray, das Thermometer ist bereits auf 35 Grad und da ich schon 75 km zurückgelegt habe, nehme ich das erstbeste Hotel, welches ich finden kann. Ich verbringe den Nachmittag teetrinkend in einem Park.

2015-07-27 11.34.21 2015-07-28 07.38.19

Tags darauf geht es wieder um kurz nach sieben los. Es wird wieder extrem heiß und um ein Uhr suche ich mir wieder eine Unterkunft. Die Pension hat sogar einen Pool und so verbringe ich den Nachmittag am Pool.

2015-07-28 07.16.09 2015-07-28 07.38.26

Die alte Festungsmauer von Istanbul.
Die alte Festungsmauer von Istanbul.

Ich starte wieder um kurz nach sieben und mache mich auf den Weg nach Istanbul. Für die Einfahrt nach Istanbul habe ich mir einen Track Erstellung und auf mein Navi geladen. Der Verkehr wird immer dichter aber auf meiner Route komme ich damit ganz gut zurecht. Ich muss mich beim Fahren im Stadtverkehr extrem Konzentrieren, türkische Autofahre neigen dazu, ohne Vorwarnung sehr unerwartete Manöver durchzuführen. Mittags komme ich in dem Bahaus Hostel in Istanbul an. Das Hostel liegt mitten in Sultanahmet, dem Stadtteil von Istanbul in dem sich auch die Hagia Sophia und die Blaue Mosche befinden. Sehr touristisch aber das Hostel ist toll, es gibt eine schöne Dachterrasse, wo man andere Reisende treffe kann. Das Personal in den Hostel ist auch super freundlich. Ich lerne gleich einige nette Leute kennen und verbringe die nächsten Tage mit Sightseeing und Entspannen auf der Dachtrasse meines Hostels.Es ist immer noch extrem heiß, die Temperaturen steigen bis 39 Grad.

2015-07-30 15.26.18 2015-07-30 15.52.42 2015-07-30 15.54.13

Blaue Mosche
Blaue Mosche

2015-07-31 11.30.27

Hagia Sophia
Hagia Sophia

2015-08-02 09.38.44

Blaue Maosche
Blaue Maosche
Hagia Sophia
Hagia Sophia

2015-08-02 14.12.27 2015-08-02 14.52.08

Hagia Sophia
Hagia Sophia

Ich nehme auch an einer vom Hostel organisierten Bootstour zu einer kleinen Insel teil. Wir verbringen den Tag mit schwimmen, grillen und in der Sonne liegen. Auf der Rückfahrt kommt ein starker Wind auf. Als ich am nächsten Tag aufwache, stelle ich fest, dass ich es wieder geschafft habe mich zu erkälten. Eigentlich wollte ich am 3. August weiterfahren aber mit dieser Erkältung macht das keinen Spaß und so werde ich voraussichtlich erst am 5.August weiter fahren. Die Temperaturen der nächsten Tage sollen auch nicht mehr so extrem sein.

Blick von der Dachterrasse des Hostels
Blick von der Dachterrasse des Hostels
Es ist extrem heiß.
Es ist extrem heiß.

2015-08-02 18.36.09

Mitarbeiter des Hostels und Langzeitgäste
Mitarbeiter des Hostels und Langzeitgäste
Blick von der Dachterrasse des Hostels
Blick von der Dachterrasse des Hostels

15 – Bulgarien – Von Vama Veche nach Tsarevo

Donnerstag, 23.Juli 2015

Von Vama Veche nach Tsarevo, Gesamtkilometer: 3885 km

Am 15. Juli habe ich es dann doch geschafft von Vama Veche los zu kommen. Auch Marcis wird Vama Veche heute Richtung Bulgarien verlassen. Adrian wird ihn für einen Tag bis nach Balchik in Bulgarien begleiten, wo wir uns abends nochmals treffen werden. Ich fahre vormittags los. Die Jungs werden wohl erst am Nachmittag starten. Bis zur bulgarischen Grenze sind es nur drei Kilometer. Am Grenzübergang treffe ich einen Ungarn der mit einer dreißig Jahre alten Jawa unterwegs ist. Irgendwie scheint in letzter Zeit jeder auf alten Ostblockmotorrädern zu reisen.

2015-07-15 11.20.27

Nachdem ich die Grenze passiert habe, folge ich der E87 nach Balchik. Die Gegend wird immer hügeliger. In Balchik steige ich in einer kleinen Pension ab. Der Besitzer bietet mir erstmal einen Kaffee an. Nachdem er erfahren hat, dass ich den ganzen Weg aus Deutschland mit dem Fahrrad gekommen bin, gibt es selbstgemachten Feigenschnaps aus Wassergläsern. Dazu bietet er mir selbstgemachtes Dörrfleisch und eingelegte Muscheln an. Wir unterhalten uns in einer Mischung aus gebrochenem Englisch seinerseits und extrem gebrochenem Russisch meinerseits. Als sich Adrian und Maricis bei mir melden, habe ich schon leicht eine sitzen. Ich verbringe den Abend zusammen mit den beiden. Es wird mal wieder spät.

Pause am Meer
Pause am Meer

Am nächsten Morgen verabschiede ich mich von den beiden und fahre weiter nach Warna. Auf dieser Strecke warte einige lange Anstiege auf mich, doch da die Steigungswinkel moderat sind macht das ganze richtig Spaß. Ab und zu habe ich sogar Rückenwind. Das Problem ist nur, dass die enge Straße sehr stark befahren ist, was manchmal etwas unangenehm ist. Ich habe jetzt den touristischen Teil der bulgarischen Schwarzmeerküste erreicht, es sind viele Busse unterwegs und überall stehen große Hotelkomplexe. Am frühen Nachmittag komme ich in Warna an und gehe gleich an den Strand.

Die Bucht von Warma

Die Bucht von Warna

Strand in Warna
Strand in Warna
Warna
Warna
Warna
Warna

Als ich am nächsten Morgen aufwache stelle ich fest, dass ich es geschafft habe, mir bei dreißig Grad im Schatten einen Schnupfen zu holen. Also beschließe ich noch einen Tag zu bleiben, was auch nicht schlimm ist. Warna ist ganz nett, wenn auch sehr touristisch. Tatsächlich bleibe ich dann zwei Tage.

Von Warna fahre ich weiter nach Obzor. Das sind zwar nicht mal fünfzig Kilometer aber so werde ich es die nächsten Tage auch weiter hin handhaben. Morgens losfahren, zwei bis drei Stunden fahren und dann an den Strand legen. So kommt man auch voran. Nach diesem Muster fahre ich über Burgas und Sozopol nach Tsarevo. Hier in Tsarevo mache ich wieder einen Tag Pause  um meinen Blog zu aktualisieren, außerdem gefällt es mir hier ganz gut.

2015-07-20 12.03.43

Burgas
Burgas

2015-07-20 12.10.42 2015-07-20 12.41.16

Yachthafen von Sozopol
Yachthafen von Sozopol

Strand in Sozopol

Strand in Sozopol

2015-07-22 10.32.06 2015-07-22 10.54.37

Morgen werde ich die Küste verlassen und nach Malko Tarnovo fahren, um dort die Grenze in die Türkei zu überschreiten. Von Bulgarien habe ich nur die sehr touristische Schwarzmeerküste gesehen, was bestimmt nicht repräsentativ für den Rest des Landes ist. Mir hat es hier trotzdem sehr gut gefallen. Die Hochsaison scheint noch nicht richtig losgegangen zu sein, die meisten Touristen waren Bulgaren. Ich denke, in ein oder zwei Wochen wird es hier wesentlich voller werden. Ich hatte mal wieder nur positive Begegnungen mit netten Menschen.